Hochleistungs-Dünnschichtchromatografie (HPTLC)

Die Dünnschichtchromatografie ist die älteste chromatografische Technik in der Analytik und ist in der modernen instrumentellen Analytik etwas in Vergessenheit geraten. Jedoch bietet sie den wesentlichen Vorteil, dass sie direkt mit einem Bioassay wie z. B. dem Arxula adeninivorans yeast estrogen screen (A-YES) zur Bestimmung der östrogenen Aktivität kombinierbar ist. Der Bioassay bestimmt in seiner herkömmlichen Anwendung die östrogene Aktivität als Summenparameter und kann nicht zwischen einzelnen Substanzen unterscheiden. Durch die Kombination mit der HPTLC (high-performance thin-layer chromatography) kann eine Probe zuvor jedoch chromatografisch aufgetrennt werden. Durch standardisierte Trennbedingungen und die Verwendung von Referenzstandards sind einzelne Substanzen somit zu unterscheiden. Nun kann der biologische Nachweis durch Aufbringen der Hefezellen direkt auf der HPTLC-Platte erfolgen. Durch das Trocknen der HPTLC-Platte vor dem Aufbringen der Hefezellen ist, anders als bei der meist genutzten HPLC, auch kein organisches Lösemittel vorhanden, was die Hefezellen abtöten würde.

Diese Anwendung kombiniert die chemische mit der wirkungsbezogenen Analytik und ermöglicht sowohl eine Aussage über die Wirkung einer Probe als auch die Substanzen, die für die Wirkung verantwortlich sind. Auf diese Weise werden sowohl die Fragen nach der Wirkung als auch nach der wirkenden Substanz durch eine Messmethode beantwortet. Als weitere Endpunkte sind die akute Toxizität mittels Leuchtbakterien (Aliivibrio fischeri), die antibiotische Wirkung (Bacillus subtilis) sowie die Neurotoxizität mit dem Acetylcholinesterase-Hemmtest möglich.

Ansprechpartner/-in

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Dr. rer. nat. Jochen Türk
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