AiF-FV-Nummer 14396

Oxidative Behandlung von Krankenhausabwasser-Teilströmen zur Beseitigung von persistenten, hochwirksamen Pharmazeutika; Teil 2: Scale-up des Verfahrens, Aufbau und Optimierung einer Demonstrationsanlage


Status & Laufzeit

Abgeschlossen: 01.05.2005 bis 30.04.2007

Forschungsstellen

  • Fraunhofer Institut Umwelt-, Sicherheits-, Energietechnik UMSICHT
    Osterfelder Str. 3, 46047 Oberhausen
    http://www.umsicht.fhg.de

  • Institut für Energie- und Umwelttechnik e.V.
    Bliersheimer Str. 60, 47229 Duisburg
    http://www.iuta.de

Zusammenfassung

In dem durchgeführten Forschungsvorhaben wurde eine Demonstrationsanlage erfolgreich auf-gebaut und die folgenden AOP-Verfahrensvarianten untersucht: "Hg-Niederdruckstrahler + H202", "Hg-Mitteldruckstrahler + H202" und "Ozonisierung". Bei einem Abwasservolumen von 230 Litern ist ein 95%iger Substanzabbau mittels Hg-ND nach 285, mittels Hg-MD nach 50 und durch Ozonisierung nach 40 Minuten erreicht. Zusätzlich konnte mit dem Behandlungsverfahren eine vollständige Reduzierung der Genotoxizität und Mutagenität der Abwasserproben erreicht werden, Die maximal behandelbare Abwassermenge liegt je nach Verfahrensvariante zwischen 1 und 3,5 m3/d, die jährlichen Kosten für den Betrieb einer entsprechenden Abwasserbehandlungsanlage liegen zwischen 5.500 und 8.150 € und die spezifischen Behandlungskosten liegen im Bereich von 5,60 €/m3 bis 15,50 €/m3. Für Krankenhäuser, die aufgrund der Starkverschmutzer-Zulage höhere Abwassergebühren bezahlen müssen, bedeutet die Einrichtung einer solchen Anlage nicht nur die Reduzierung der Arzneimittelfracht, sondern kann aufgrund der verbesserten Abwasserqualität auch eine Kostenersparnis bedeuten. Da ein großer Anteil der Verschmutzungen auch durch den Eintrag aus Privathaushalten verursacht wird, ist zukünftig auch die Abwasserbehandlung im Kläranlagen-Ablauf sinnvoll. Dadurch ist auch die Eliminierung weiterer Mikroverunreinigungen (Personal Gare Produkte, Industriechemikalien etc.) möglich. Über den konkreten Anwendungsfall Krankenhausabwasser hinaus sind die aus diesem Projekt erhaltenen grundlegenden Erkenntnisse über AOP-Verfahren und deren Scale-up auf eine Vielzahl ähnlicher Problemstellungen übertragbar. Als Beispiele seien hier genannt: Behandlung problematischer Abwässer von Produktionsbetrieben in der chemischen und pharmazeutischen Industrie, Deponiesickerwasserreinigung, Abwasserreinigung an Teilströmen der metallverarbeitenden Industrie (z.B. Galvanik, mechanische Werkstätten) und der Elektroindustrie, Beseitigung von Tierarzneimitteln, pharmakologisch wirksamen Futterzusatzstoffen und anderen Problemstoffen aus Abwässern in der Landwirtschaft und Aquakulturen. Das Ziel des Forschungsvorhabens wurde erreicht.

Förderhinweis

Das Forschungsvorhaben der Forschungsvereinigung Umwelttechnik wird über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung und -entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Dokumente