Thermische Verfahren

Im «Wassertechnikum» des IUTA werden zwei unterschiedliche thermische Anlagentechniken betrieben, eine einstufige Vakuumdestillation für den Batchbetrieb und eine kontinuierlich betriebene Mehreffekt-Verdampferanlage (MED), mit der hauptsächlich salzhaltige Abwässer behandelt werden können. Für die Versorgung der thermischen Anlagen steht eine Dampfererzeugerstation zur Verfügung, mit der über weite Druck- und Temperaturbereiche variable Dampfmengen zur Verfügung gestellt werden können.

Die MED, die auf eine maximale Destillatproduktion von 30 m³/d ausgelegt wurde, besitzt 4 Effekte und ist zur Steigerung der Effizienz mit einer thermischen Brüdenkompression ausgestattet. Damit kann ein GOR (Verhältnis eingehender Heizdampf zu Destillat) um das 10fache im Vergleich zu einer Anlage ohne Brüdenkompression gesteigert werden. Diese Anlage ist für die Ausführung von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten mit zusätzlicher Onlinemesstechnik und Schaugläsern ausgerüstet worden. Weiterhin sind die Verdampferrohre, die üblicherweise fest in den Verdampfereffekten verschweißt werden, durch Gummidichtungen eingepasst worden und dadurch austauschbar. Das ermöglicht die Untersuchung und Erprobung alternativer Werkstoffe für den Einsatz in Verdampfern und Wärmetauschern.

Die Vakuumdestillation aus Edelstahl ist gleichermaßen für die Bearbeitung von Fragestellungen in der lebensmittelverarbeitenden Industrie wie auch zur Volumenreduktion oder Entwässerung von Abwässern und Schlämmen geeignet.

Abb.: thermische Anlagen im „Wassertechnikum“


Forschungsschwerpunkte:

– stoffliche und energetische Prozesskopplung

– alternative Werkstoffe

– Prozessoptimierung

Ausstattung:

– MED mit 4 Verdampfereffekten

– Vakuumdestillation mit mechanischer Brüdenkompression und Indirektbeheizung

– Dampferzeuger

Ansprechpartnerin

Dipl.-Ing. Franziska Blauth
blauth@iuta.de
Tel. +49 2065 / 418 – 217

Aktuelle Projekte

IGF-Forschungsprojekt 17118 N:
Untersuchungen zur Technik der Rauchgasentschwefelung mit Meerwasser
Laufzeit: 2012-2014

IGF-Forschungsprojekt 17946 N:
Entwicklung eines Auslegungswerkzeuges zur dezentralen, solar unterstützten, kombinierbaren Bereitstellung von Trinkwasser, Kälte, Wärme und Strom
Laufzeit: 2014-2016