FutureLab NRW

Um Strukturen in den Bereichen Forschung und Innovation zu stärken, hat die nordrhein-westfälische Landesregierung im Frühjahr 2016 mit “Forschungsinfrastrukturen NRW” eine neue Förderinitiative ins Leben gerufen. Ziel des Wettbewerbs ist es, die Kompetenzen von Wissenschaft und Wirtschaft in der wirksamen Umsetzung ihrer Möglichkeiten an den Herausforderungen der Zukunft auszurichten. Von den in der ersten Runde eingereichten fünfzig Beiträgen hat das Auswahlgremium nun die 18 besten Projekte mit einem Finanzvolumen von 60 Millionen Euro zur Förderung empfohlen. Für das von IUTA eingereichte Projekt FutureLab NRW: „Digitalisiertes Modelllabor für die miniaturisierte instrumentelle und wirkungsbezogene Analytik der Zukunft“, wurde eine Förderempfehlung ausgesprochen. FutureLab NRW verfolgt das Ziel, die Infrastruktur für das digitalisierte Modelllabor für die miniaturisierte instrumentelle und wirkungsbezogene Analytik der Zukunft zu realisieren.

Im Rahmen der FutureLab NRW-Plattform sollen nun alle verfügbaren Technologieansätze zu einem Gesamtsystem verbunden werden. Insbesondere die Kombination der wirkungsbezogenen Analytik mit der instrumentellen Analytik bietet ein hohes Potenzial, relevante Verbindungen, die eine bestimmte Wirkung hervorrufen, zielgerichteter zu identifizieren. Im Rahmen der technisch ausgelegten Forschungsprojekte des IUTA wurden in den letzten Jahren leistungsstarke multidimensionale Trenn- und Detektionstechniken entwickelt. Besonderes Augenmerk wurde hierbei auf die Miniaturisierung gelegt. Diese Art der miniaturisierten Analysensysteme konnte in analytischen Laboren bisher nicht implementiert werden. Ein Grund hierfür ist, dass seitens der Anwender immer wieder die unzureichende Robustheit bemängelt wird. Durch das FutureLab NRW soll die Nutzung dieser Systeme unter praxisrelevanten Bedingungen demonstriert und ein aktiver Wissenstransfer in die Industrie geschaffen werden. Die bislang auf diesem Gebiet erzielten Ergebnisse werden aktuell im Rahmen des Kooperationsprojektes zwischen der GIT und dem IUTA mit dem Titel „Fortschrittliche Chromatographie“ aufgearbeitet.

Neben der Kopplung von wirkungsbezogener Analytik mit miniaturisierten multidimensionalen Trenn- und Detektionstechniken spielt auch die Digitalisierung und Automation eine zentrale Rolle. Dies betrifft sowohl die Frage der Schnittstellen zwischen den Analysengeräten und Laborinformations-Management-Systemen (LIMS) und elektronischen Laborbüchern (ELN, electronic laboratory notebook) als auch die Möglichkeit, die Flexibilität zu bewahren. Einzelne Softwarepakete, die keine Inklusion wichtiger Metadaten erlauben, stellen vor dem Hintergrund immer komplexerer Arbeitsabläufe im Labor nur Insellösungen dar. Demgegenüber stehen Entwicklungen, die eine Vernetzung mit weiteren Datenbanken erlauben. Diese Konzepte sind technologisch jedoch noch nicht soweit ausgereift, um einen automatisierten Datentransfer in zentrale Datenbanken zu ermöglichen und eine Anbindung „intelligenter und funktionalisierter Labormöbel“ und Labornutzungsgegenstände, wie z. B. Waagen, Pipetten und Sensoren zur Überwachung des Raumklimas zu gewährleisten.

Ansprechpartner/-in

Dr. rer. nat. Linda Gehrmann
gehrmann@iuta.de
Tel. +49 20 65 / 418 – 215

Dr. rer. nat. Thorsten Teutenberg
teutenberg@iuta.de
Tel. +49 20 65 / 418 – 179

Dr. rer. nat. Jochen Türk
tuerk@iuta.de
Tel. +49 20 65 / 418 – 179