Nachrichten: 01.07.2016 – 31.12.2016 > Degradation von abreinigbaren Filtermedien

Neues IGF-Projekt: Degradation von abreinigbaren Filtermedien

Am 1. Januar 2016 startete ein Projekt der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF), das sich mit der Untersuchung der chemischen und thermischen Degradation von abreinigbaren Filtermedien und der Verbesserung deren Beständigkeit durch Oberflächenmodifikation befasst. Das Vorhaben, welches federführend von der AiF-Forschungsvereinigung DECHEMA (Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e. V.) betreut wird, ist ein Gemeinschaftsvorhaben zwischen dem Fachgebiet Nanopartikelprozesstechnik der Universität Duisburg-Essen (Projektleitung: Prof. Frank Schmidt), dem Deutschen Textilforschungszentrum Nord-West gGmbH (Projektleitung Dr. Torsten Textor) sowie dem Bereich Luftreinhaltung und Prozessaerosole (Projektleitung Dr. Margot Bittig) im IUTA.

Hintergrund des Projekts ist, dass Filtermaterialien von abreinigbaren Schlauchfiltern im Betrieb mechanischen aber auch thermischen und chemischen Alterungsprozessen ausgesetzt sind. Da die verbindliche Prüfung der chemischen Beständigkeit zukünftig auf Basis eines neuen Normentwurfs ISO/DIS 16891 erfolgen soll, besteht großer Handlungsbedarf, die daraus resultierenden Testprozeduren in enger Absprache mit den relevanten Firmen zu evaluieren. Vor der endgültigen Umsetzung der Norm sollte sichergestellt werden, dass die Tests wirtschaftlich sinnvoll und mit hinreichender Aussagekraft durchgeführt werden können. Parallel soll die Beständigkeit von Filtern in aggressiven Atmosphären durch Ausrüstungen auf Basis der Sol-Gel-Technik, die als Barriereschutzschicht wirken sollen, verbessert werden. Hierzu werden dichte und chemisch beständige Beschichtungen aus organisch modifizierten anorganischen Netzwerken entwickelt, deren Effektivität dann, mit den im Rahmen des Projektes evaluierten Testprotokollen, nachgewiesen werden. Ausrüstungen mit Barrierewirkung gegenüber aggressiven Atmosphären helfen, die Lebensdauer entsprechender Filter zu erhöhen. Für die in der Regel als kleine und mittelständische Unternehmen aufgestellten Textilveredler können sich neue Märkte im Bereich Filtermaterialien ergeben. Gleichzeitig wird erwartet, dass entsprechende Ausrüstungen für eine Vielzahl technischer Textilien Bedeutung haben, was den Veredlern im internationalen Wettbewerb hilft, Märkte zu sichern bzw. zu vergrößern und so hiesige Arbeitsplätze zu sichern.